Longo Mai
Das kleine Dorf heisst Longo Mai oder Finca Sonador. Es liegt etwa 150 km suedlich der Hauptstadt San José. Es ist eine laendliche und multikulturelle Gemeinschaft mit etwa 400 Einwohnern.
Longo Mai ist eine einzigartige Gemeinschaft in dem Sinne, dass der Sozialismus sowie der Kapitalismus seit ueber 22 Jahren miteinander funktionieren. Diese Tatsache kreiert ein Lebensgefuehl, welches interssant zum beobachten und diskutieren ist fuer Leute aus der Welt. Das Land gehoert der Kooperative Longo Mai. Wir glauben, dass ein gemeinsamer Nutzen der Erde, der gemeinsame Schutz der Waelder, der Erde und der prekolumbianischen Reste die bessere Loesung ist fuer eine haltbare Entwicklung als die wirtschaftliche Spekulation der Erde; deshalb wird Longo Mai das Land nie verkaufen.
Natuerlich hat eine Familie, die sich neu gruendet im Dorf die Chance ein Stueck Land zu bekommen, um ihr eigenes Haus zu bauen. Die Familien, welche hier leben, sind Besitzer von deren Haeuser und kultivieren ihr Stueck Land fuer den eigenen Profit. Hier leben Costaricaner, Salvadorianer, Nicaraguaner und Europaeer zusammen in der Gemeinschaft. Sie leben hauptsaechlich vom Kaffee- und Zuckerrohranbau sowie von dem traditionellen Anbau von Mais, Bohnen, Bananen, Kochbananen, Maniok, Kakao und ein wenig Viehzucht.
Die Europaeer leben hier sehr gut integriert in die Aktivitaeten des Dorfes. Sie arbeiten mit den Bauern und foerdern die organische Agrikultur. Sie selber haben Biogaerten und setzen sich sehr fuer den Schutz des Waldes in den Bergen ueber Longo Mai ein mit der Intention, dass die gute Qualitaet des Wassers in den Fluessen und Baechen weiterhin erhalten bleibt. Nebenbei setzen sie sich sehr fuer die haltbare Entwicklung des Tourismus in diesem Ort ein. Waehrend ihrer Freizeit schreiben sie Buecher, machen grossartige Bilder oder vereinen sich mit Medardo und Don Julio um gemeinsam zu singen und Gitarre zu spielen. Wenn du in Longo Mai bist, frage nach Ernesto, Suzanna oder Christopher aus der Schweiz, nach Roland aus Oesterreich (er ist der Hauptkoordinator von Longo Mai) oder nach Eduardo Rivera (einer der ersten Intelektuellen im Dorf, der nach seinem Studium zurueck nach Longo Mai kam, um das Sprach Institut zu eroeffnen und um gemeinsam mit den Bauern zu arbeiten). Es sind alle wunderbare Personen aus der modernen Welt, die nun mit uns ein bescheidenes Leben leben.
Die Studenten sind informiert ueber die taeglichen Aktivitaeten im Dorf, um die soziale und natuerliche Umgebung zu geniessen, so haben sie eine gute Moeglichkeit ihr Spanisch mit den lokalen Personen, welche sehr freundlich sind, zu praktizieren.
Die Sprachschule ist seit 1995 ein willkommenes, zusaetzliches Einkommen in Longo Mai. Die Schule motiviert und integriert die Studenten in kulturelle Anlaesse im Dorf. Auch helfen die Studenten mit bei der Kaffee- und Zuckerrohrernte. Sie haben viele Moeglichkeiten spanisch zu sprechen und praktizieren mit den bescheidenen Dorfbewohnern. Viele von ihnen sind Jugendliche und Kinder, die es moegen mit den Studenten in Kontakt zu kommen. Wegen diesem engen Kontakt mit den Leuten bekommst du einen tiefen Einblick in das echte Leben des Landes - eine Moeglichkeit, die die meisten Touristen nicht haben!
Zudem gibt die Schule Arbeit fuer lokale Personen, im Speziellen fuer Frauen, welche hier im Dorf sehr wenige Moeglichkeiten zum Arbeiten haben. Auf der anderen Seite bedeutet das Existieren dieser Schule auch der Schutz des Waldes von Longo Mai.
Noch immer schneiden einige Leute den Sekundaerwald ab, um Agrarkultur zu betreiben. Hauptsaechlich pflanzen sie Kaffee. Wenn wir nun genau analysieren, was ein Bauer verdient aus einem Hektar Kaffeeland zusaetzlich den Agrarchemikalien, dann laesst sich daraus schliessen, dass es besser ist dieses Stueck Wald zu schuetzen und ueber eine andere wirtschaftliche Einnahmensquelle nachzudenken.
Bis jetzt haben wir die urspruengliche Idee erreicht, Longo Mai als einen offenen Schulraum zu benuetzen. Teil dieses Schulraumes ist die Sprachschule, das Projekt des haltbaren Oekoturismus' und das Forschungsprogramm mit auslaendischen Studenten, das von UNAPROA (Asociacion Union de Amigos para la Proteccion del Ambiente) organisiert ist.
Diese Organisation, welche aus verschiedenen Bauernvereinigungen und privaten Personen besteht, arbeitet in Richtung der haltbaren Entwicklung zum Schutze der Umgebung sowie der Kultur. Dank der UNAPROA hat die Gemeinschaft ihre eigene Trinkwasserquelle einzigartiger Qualitaet. Sie verteidigt die Bauern der Zone auch gegen die multinationalen Kompanien. Zusaetzlich leitet und begleitet die UNAPROA die Forschungsprojekte ueber die Natur. Siehe fuer mehr Informationen: www.sonador.org/html/de/unaproa
Es gibt auch einige Bars und Diskos in den umliegenden Doerfern. Auch in der naechstgelegenen Stadt San Isidro del General (etwa 40'000 Einwohner) 34 km entfernt von Longo Mai hat es Unterhaltungsmoeglichkeiten; dorthin hat es mehrere Busse taeglich. In San Isidro hat es eine Post, Internetcafes, Restaurants, Bars, Banken etc.