|
Der Wert des Euro
Auch wenn die Preise steigen, bekommt man in Costa Rica doch noch
mehr für den Euro als in Deutschland. Heiz- und Kühlkosten entfallen. Taxis sind billig,
der Kilometer kostet etwa einen halben Euro. Für eine Haushaltshilfe zahlt
man etwa 1,5 Euro die Stunde, ein Handwerker verdient das gleiche, der
Meister etwa 2 Euro. Medizinische Dienste sind extrem günstig.
Die Kehrseite der Medaille ist jedoch in den aufgrund erhöhter
Nachfrage gestiegenen Haus- und Grundstückspreisen zu sehen, die in der Hauptstadt und
deren unmittelbarer Nähe oft europäische Verhältnisse erreichen. Der Kauf eines Pkw ist
aufgrund der hohen Einfuhrsteuern sehr kostspielig. Je älter der Wagen,
desto höher die Einfuhrsteuer, was ja sehr vernünftig ist. Der Höchstsatz
beträgt 82% des Wagenwertes. Man sollte daher nach Möglichkeit einen
Neuwagen kaufen. Nahezu jedes importierte Teil kostet
wesentlich mehr als in Deutschland. Computer stellen eine der wenigen Ausnahmen dar, da
die Regierung die Einfuhr zur Förderung der Bildungsmassnahmen unterstützt.
Ein Alleinstehender benötigt etwa
500 Euro monatlich, um gut leben zu
können, manche benötigen noch weniger. Ein Paar lebt mit
800 Euro monatlich sehr gut
und mit über 1000 Euro monatlich beinahe wie ein König. Das
Durchschnittseinkommen der Einheimischen beträgt nur etwa 300
Euro im Monat.
Der Gebrauch von Kreditkarten ist in Costa Rica allgemein üblich.
Akzeptiert werden unter anderem VISA, American Express, Master Card und Diners Club. Credomatic S.A. ist der örtliche Vertreter für VISA und Master
Card. Das Büro befindet
sich in der Ave. 1, Calle 3/5 in San Jose, Telefon 233-2156. Wenn sie ihre Visa oder
Mastercard verlieren, rufen sie die 253-2155 an. Das American Express Büro befindet sich
in der Calle 1, Ave. Central und 1, bei der Agencia de Viajes in San Jose, Telefon
233-0044 während der Geschäftsstunden, oder 223-0116 in dringenden Fällen, bei Verlust
oder Raub.
Wenn sie Rentenansprüche aus Deutschland haben, erhalten sie ihre
Rente monatlich auf ihr Konto in Costa Rica überwiesen oder können diese eventuell auch
monatlich bei der Deutschen Botschaft in Costa Rica abholen.
Währungstausch
Costa Ricas Währung ist der Colon, der in 100 Centavos geteilt ist.
Im November 2005 erhält man pro Euro etwa
450 Colonnes. Die aktuellen Kurse können sie
stets in der Tageszeitung finden. Im Jahre 1992 erhielt man für 1 Euro nur
150 Colonnes, was
die hohe Inflationsrate verdeutlicht.
Hinweis: Tauschen sie in der Wechselstube am "plaza de
la cultura" in San Jose, dort werden sie problemlos und schnell zum banküblichen
Kurs bedient.
Bringen sie keine Euro mit ins Land, da der Dollar hier einen
wesentlich höheren Wert hat. Tauschen sie nur in Ausnahmefällen im Hotel und erkundigen
sie sich vorher nach dem Wechselkurs. Ausserdem können sie am Flughafen, in den Banken
(Wartezeiten) oder auf dem Schwarzmarkt tauschen, dessen Dealer sich in den Strassen um
die Banco Nacional in San Jose aufhalten, wovon wir ihnen aber dringend abraten.
Geldtausch auf dem Schwarzmarkt ist illegal, aber viele Leute tun es
und es wird meist toleriert, ist es doch leichter und schneller, als Geld in der Bank zu
tauschen. Schwarzmarkt Dealer nehmen normalerweise Banknoten und Traveler's Checks.
Achtung: Nicht alle Dealer sind ehrlich, darum sollten sie
diese Möglichkeit nur in einem Notfall nutzen und immer ungefähr wissen, wieviel Geld
sie in Colonnes erhalten müssen, bevor sie dem Dealer ihre Banknoten reichen. Viele
wurden Opfer unseriöser Tauscher, welche durch geschickte Fingerfertigkeit nach Art eines
Zauberers die Scheine falsch vorzählen oder andere Tricks anwenden.
Tauschen sie nie zuviel, da sie nicht mehr als 50 Dollar zurück
tauschen dürfen, wenn sie das Land verlassen.
Bankwesen
Auch wenn Costa Rica in oft als effizient im Vergleich zu den
Nachbarländern gilt, ist das Bankwesen immer noch sehr unterentwickelt.
Unglücklicherweise werden sie viel Zeit in den Banken verbringen, da diese zugleich die
Zahlstellen für Bußgelder, Wasser und für die Sozialversicherung sind. Es ist daher
nichts ungewöhnliches, 1 Stunde in der Schlange zu stehen um dann von einem der
Angestellten zu erfahren, daß man in der falschen Schlange stand und die Warterei von
vorne losgeht! Die meisten Einheimischen haben ihre Konten noch immer bei
den staatlichen Banken (Banco Nacional, Banco de Costa Rica, Banco de San
Jose, Banco Popular). Wir empfehlen die kleineren privaten Banken wie zum
Beispiel die Banco Banex, Scotia Bank und viele andere. Dort werden sie
schneller bedient und auch die Öffnungszeiten sind kundenfreundlicher, denn
die Banco Nacional schliesst schon um 15.30 Uhr ihre Türen.
Während es noch vor wenigen Jahren
sehr empfehlenswert war, Geld in Costa Rica anzulegen, ist es heute leider
nicht mehr zu empfehlen. Die Banken sind zwar nach wie vor vertrauenswürdig
und sicher, aber leider sind die Zinsen für Kapitalanlagen so stark
gefallen, dass man heute kaum mehr als in der zivilisierten Heimat erhält. Investoren haben
in der Vergangenheit viel Geld verloren, da sie auf private Investoren vertrauten,
welche sie dann betrogen haben. Wir warnen ausdrücklich vor privaten
Investitionen im Land. Bringen sie ihr Geld zu den Banken, denn nur dort ist
es sicher. Die Reserven der Central
Bank erreichen beinahe den Wert von 1 Billionen Euro. Die Regierung versichert die
Einlagen sowohl in Privatbanken als auch in staatlichen Banken.
Es gibt einige Dutzend Privatbanken in Costa Rica. Die Zentralbank ist
die Banco Central de Costa Rica. Staatliche Banken sind die Banco Nacional de Costa Rica,
Banco de Costa Rica, Banco Credito Agricola de Cartago und die Banco Popular de Costa
Rica, die alle mit Zweigstellen im ganzen Land vertreten sind. Die Banken bieten
Sparkonten und Lohnkonten, die in Supermärkten und anderswo akzeptiert werden. Die Konten
können entweder in Colones, US$ oder auch in Euro geführt werden.
Wie in Europa, so bieten auch hier fast alle Banken Geldautomaten an, die
24 Stunden täglich verfügbar sind. Als Ausländer erhält man bei
Einkommensnachweis durchaus Kredit so dass zum Beispiel ein "Hotel" oder
anderes Unternehmen heute auch im Land finanziert werden kann. Die Zinsen
für ein Eigenheim-Baudarlehen beispielsweise betragen rund 8,5% auf US$
Basis. Die meisten
Privatbanken sind mit Banken außerhalb des Landes verbunden, so daß Geldtransfers
relativ schnell möglich sind.
Die Öffnungszeiten der Banken sind meist von 9 Uhr bis 15 Uhr, manche
schließen auch später. Die Banco Nacional de Costa Rica, Avenida 4, CaIle 0-2, schließt
erst um 18.30 Uhr und hat sogar Samstags bis Mittag geöffnet. In Costa Rica gibt es auch
viele Finanzunternehmen, welche ein weites Feld von Dienstleistungen bieten, wie zum
Beispiel die Zahlung ihrer laufenden Verbindlichkeiten bis hin zur Einräumung kleiner
Kreditlinien.
Die neuen privaten Banken haben
den Service der staatlichen Banken bereits verbessert, auch wenn es immer
noch Misstände gibt. Haben
Sie etwas Geduld!
|