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Tropische Krankheiten und Vorsorge

Achtung: Diese Seite hat rein informativen Charakter und gilt eher für Leute, die Extremtourismus abseits der menschlichen Pfade betreiben. Als "normaler" Tourist wird sie dies nicht betreffen.

Müssen sie tropentauglich sein?

Voraussetzung für einen Daueraufenthalt in Costa Rica ist je Nach Wohnlage die Tropentauglichkeit. Jeder organisch und psychisch gesunde Mensch ist in der Regel auch tropentauglich. Einschränkungen können sich unter anderem bei chronischen Herz- und Kreislauferkrankungen, Erkrankungen von Lunge, Leber, Nieren und des Verdauungssystems ergeben. Auch Diabetes schränkt die Tauglichkeit ein.
Diese Ratschläge geiten jedoch nur für die heißen Küstengebiete am pazifischen, bzw. karibischen Ozean, denn das Land steigt zum Landesinneren steil an. In der Hauptstadt San Jose und dem gesamten zentralen Hochland herrscht ganzjähriger Frühling, der im Extremfall mit einem heissen Sommer in Deutschland zu vergleichen ist. Sie werden daher keine Probleme zu erwarten haben, wenn sie dort leben.
 

Allgemeine Ratschläge

Glücklicherweise kommt die Malaria, eine der am weitesten verbreiteten tropischen Krankheiten, derzeit nicht in Costa Rica vor, weshalb auf eine Malaria-Prophylaxe verzichtet werden kann, da diese auch Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Führen sie einfach eine Medizin mit, die bei evtl. Auftreten eingenommen werden kann. Auch andere tropische Krankheiten sind aufgrund der guten hygienischen Bedingungen und der ausgezeichneten Gesundheitsvorsorge selten geworden.
Wer sich für längere Zeit in den Tropen aufhalten will, dem sei gesagt dass man sich durch eine Impfung mit "TWINRIX" vor Hepatltis A (Gelbsucht) und Hepatitis B schützen kann und sollte.
Beachten sie, daß die in Deutschland übliche Grundimmunisierung Tetanus und Polio aufgefrischt werden sollte, da in tropischem Klima Viren und Bakterien bestens gedeihen und meist aggressiver und schwerer zu bekämpfen sind als in Europa.
Wenn sie einige wichtige Verhaltensmaßregeln beachten, haben sie in Sachen Krankheitsverhütung bereits viel getan:

  • tragen sie ab Dunkelheit helle Kleidung, die alle Körperteile gut bedeckt
  • verwenden sie ein Mückenabwehrmittel wie zum Beispiel Autan
  • schlafen sie unter dem Moskitonetz (unter die Matratze schlagen)
  • verbrennen sie je nach Häufigkeit der Moskitos zusätzlich Insektenspiralen

Amöbiasis

Ruhramöben sind einzellige, mikroskopische Lebewesen, die ein Krankheitsbild mit schleimigen Durchfällen und heftigen Leibkrämpfen verursachen. Den Durchfällen sind oft Blutspuren beigemengt. Die Dickdarmschleimhaut ist entzündet und Geschwüre können auftreten. Als erste Infektionsquelle kommen Nahrungsmittel und Trinkwasser in Betracht, aber auch Fliegen können die Ruhramöben auf Nahrungsmittel übertragen. Ein Amöben-Leberabszess ist wohl die gefährlichste Komplikation der Amöbenruhr. Die Erreger können sowohl im Stuhl, als auch durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Die Behandlung sollte durch einen Arzt überwacht werden.
 

Die Orientbeule (Hautleishmaniose)

Der Erreger der Orientbeule, einer lokalen Hauterkrankung, ist Leishmania tropica. Er wird durch Sandmücken übertragen. Die Krankheit führt zur Bildung von Knoten und Geschwüren auf der Haut. Sie läßt sich durch Hautproben nachweisen. Die Behandlung ist ausgesprochen langwierig. Meist heilt die Erkrankung unter Narbenbildung innerhalb eines Jahres auch ohne Behandlung ab. Einer meiner Bekannten brachte diese Krankheit als kleines Andenken aus Costa Rica mit. Mehrere Hausärzte konnten die Krankheit nicht erkennen. Erst im Tropeninstitut stellte man die richtige Diagnose und heilte die Krankheit innerhalb zwei Wochen aus. Laut Auskunft des Tropeninstituts war das Einfanger dieser Krankheit allerdings mit einem Lottosechser vergleichbar, also Panik ist völlig fehl am Platze, diese Seite dient lediglich der Information.
 

Lepra

Die Lepra (Aussatz) wird durch die Lepra-Bakterien übertragen. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung der Haut, der peripheren Nerven und Nasenschleimhaut. Die Krankheit kommt in ländlichen tropischen Gegenden, aber auch in Europa vor.
Die Übertragung der Krankheit erfolgt wahrscheinlich über infektioses Nasensekret bei langdauerndern engem Kontakt Die ersten Krankheitszeichen treten erst nach Monaten oder Jahren auf. Der Krankheitsverlauf ist chronisch, die Therapie langwierig. Eine Impfung wird derzeit klinisch erprobt.
 

Chagas (Schlafkrankheit)

Die Krankheit wird durch Raubwanzen der Gattung Triatoma übertragen und durch Trypanosomen hervorgerufen. Die Inkubationszeit beträgt etwa 14 Tage. Danach kommt es zu Fieber und Lymphknotenschwellung. Eine Therapie ist langdauernd, eine Impfung ist in Vorbereitung.
 

Malaria

Die in vergangenen Jahren in Costa Rica vorgekommene Malaria, die Malaria Tertiana, verläuft meist gutartig. Die Krankheit beginnt in den meisten Fällen mit mehr oder minder lang dauernden Schüttelfrösten. Die Körpertemperatur steigt auf Werte um 40 Grad Celsius und fällt unter Schweißausbrüchen wieder auf normale Werte. Danach   entwickelt sich dann ein Fieberrhytmus von 48 Stunden. Die Krankheitserreger, genannt Plasmodium vivax werden durch die Anopheles-Stechmücke übertragen. Die Dauer von der Aufnahme der Erreger bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt etwa 2 Wochen.
 

Gelbfieber

Das GeIbfieber kommt momentan ebenfalls nicht in Costa Rica vor, soll jedoch beschrieben werden, da es sich um eine ernste Krankheit handelt, die in den südlichen Nachbarländern vorkommt und durchaus einmal wieder eingeschleppt werden könnte.
Die Gelbfieberviren werden durch Stechmücken übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 3 und 5 Tagen.
Die Krankheit kann sehr leicht und beinahe unbemerkt, aber auch sehr schwer und tödlich verlaufen. Hat man einmal im Leben eine Infektion überstanden, ist man lebenslang dagegen geschützt. Es gibt eine Schutzimpfung, die 10 Jahre wirkt und in Deutschland nur von besonders dazu bevollmächtigten Stellen durchgeführt wird.
 

Bilharziose

Die Erreger dieser Krankheit sind Würmer, die sogenannten Pärchenengel. Für das Auftreten dieser Krankheit sind bestimmte, im Wasser lebende Schnecken verantwortlich. Diese scheiden Gabelschwanzlarven aus, die in das Wasser ausschwärmen und die Fähigkeit haben, sich durch die menschliche Haut bohren zu können. Nach dem Eindringen können sie juckende Hautquaddeln hervorrrufen. Wenn die Tierchen einmal im Blutkreislauf des Menschen sind, gelangen sie in die Blutgefäße der Leber, wo sie sich zur Geschlechtsreife entwickeln. Dann wandern sie paarweise zur Eiablage in andere Organe (Harnblase oder Darmbereich). Vor allen stehende Gewässer gelten als Brutstätte der Schnecken, aber auch Flüsse und Lagunen mit Süßwasserzufuhr. Die Krankheit wird durch Stuhl- Urin- oder Blutuntersuchung nachgewiesen und ist durch diverse Medikamente heilbar. Diese Krankheit kommt in Costa Rica derzeit nicht vor. Sie wurde beschrieben, weil die Möglichkeit ihres Auftretens nie ausgeschlossen werden kann.

 

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